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Agora vai

Der Karnevals"verein" (schönes Deutsch aber schlechte Übersetzung für das portugiesische Wort "bloco", das eine "Gruppe von Narren" beschreibt, "die sich in den Karneval wirft" - soweit der Versuch, das brasilianische Lexikon zu übersetzen) Agora vai ist der einzige bloco, der über den Minhocão zieht, jenes Ungeheuer, das an anderer Stelle schon erwähnt wurde. An Fastnachtdienstag (brasilianischer Feiertag) ist er für Autos gesperrt. Nur Menschen dürfen hinauf, wie etwa diese Jecken:

 

Diese Leute singen während des gesamten Umzugs stets den selben Samba (aber jedes Jahr einen neuen). Dies ist der Text von 2009: "Wenn du verschnupft, deprimiert oder verschuldet bist, kein Problem! Trink einen Catuaba (heiliges Blocogetränk) oder ein Bohnensüppchen. Geh raus aus diesem Internet, nimm eine Tüte Konfetti und spring auf den Minhocão!!"

Einladend, viele feiern aber lieber am Fenster mit.

 

Von Künstlern gegründet, ist dieser bloco vielleicht so was Ähnliches wie die Aal Säu in Köln. Allerdings wird in São Paulo nicht viel Zeit auf die Herstellung von Kostümen verschwendet (eine schöne Brille oder ein Bademantel reichen manchmal zum Glück). Inszenierung ist Nebensache, Feiern und Samba tanzen das Wichtige.

Eduardo Alves ist einer der Gründer von Agora vai. "Seit 2004" wirbt das Wappen. "Im Gründungsjahr haben wir so viel getrunken, dass wir gar nicht losgehen konnten. Und so haben wir uns 2005 "Agora vai" - "Jetzt aber" genannt."


Eduardo Alves nach dem Umzug im "Vereinsheim" des bloco, eine kleine Kneipe nahe der Nordwestausfahrt des Minhocão. "Das Gute am Minhocão ist: Er schwingt mit, aber er bricht nicht zusammen."

25.2.09 00:54

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