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Paraisópolis

Die meisten Favelas von São Paulo liegen weit außerhalb des Stadtzentrums. Paraisópolis, das städtische Paradies, liegt mitten in Morumbi, einem der noblen Stadtteile. 80 - 90.000 Menschen leben hier meist friedlich in ein- bis dreistöckigen selbstgebauten Häusern. Die meisten von ihnen arbeiten in den Hochhäusern des angrenzenden ordentlichen Viertels: als Haushaltshilfen, Kellner, Straßenverkäuferinnen oder Sammler recyclingfähigen Mülls.

 

 

Am Montag gab es auf der Grenze zwischen den beiden Wohngebieten einen Aufstand. Junge Männer aus der Favela steckten Autos in Brand und plünderten Restaurants und Geschäfte.

Wegen der prekären geografischen Lage blieb die Polizei nach der Niederschlagung der Revolution im Kleinen vor Ort. Die einfache Militärpolizei wurde verstärkt durch Einheiten der sogenannten 'Schocktruppe', einer Spezialeinheit für Fälle unerlaubter Demonstrationen, Gewaltanwendung oder Besetzung von Immobilien.

Seit heute läuft die "Operação Paraisópolis": 400 Polizisten kurven in 100 Autos durch die asphaltierten Hauptstraßen der Favela (die Mitglieder der Schocktruppe halten dabei demonstrativ das MG im Anschlag), können mithilfe von 20 Pferden auch in die schmalen Gassen eindringen oder vier Hunde auf Delinquenten loslassen. Ein Helikopter überfliegt das Gelände. 

So viel Sicherheit war noch nie. Der Stützpunkt der Polizisten befindet sich außerhalb der Favela. Denn drinnen gibt es keine einzige Polizeidienststelle. Warum nicht? frage ich die beiden weiblichen Leutnants TEN FEM Raquel und Alcione.

"Das ist etwas kompliziert", schließlich gibt es drinnen nur "energia clandestina", illegal vom offiziellen Netz abgezweigte Stromleitungen. "Und die dürfen wir, die Polizei, nicht nutzen." 

Und so verfügt die 80.000 Einwohner-Gemeinde Paraisópolis nur über eine 'Base comunitária móvel', einen Bus, der immer auf dieser Anhöhe in der Nähe einer der Zugänge zur Favela anzutreffen ist.


Wenn die Dämmerung hereinbricht, geht über der Polizeibasis das Licht an. Mit abgezweigtem Strom vom Pfosten unten an der Straße.

 

4.2.09 11:13

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