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Gente do céu (e do inferno)

Die "Bischöfe" der Kirche Renascer nennen es eine Gnade Gottes, dass das Dach ihres Hauptsitzes in der Pause zwischen zwei Gottesdiensten einstürzte und bisher nicht mehr als acht Personen starben. Über hundert liegen mit zum Teil schwersten Verletzungen im Krankenhaus.

Es sieht so aus, als hätten die Gründer der Kirche (zz. unter Hausarrest in Florida - sie wurden mit 56.400 US-Dollar, versteckt in einer Bibel, kleinen Taschen und CD-Hüllen bei der Einreise in die USA erwischt) keine Möglichkeit gehabt, das Dach ihrer Kirche (ein ehemaliges Kino, gebaut 1973 - in dem Alter gilt ein Gebäude in dieser Stadt bereits als 'antigo') in Ordnung zu halten. So kann man jetzt den Himmel von oben einsehen.

 

 

 

Ich war wieder mit Luis unterwegs, der sich diesmal mit angemessenem Schuhwerk ausgestattet hatte.

 

 

Wir besuchten Bewohner der Nachbarhäuser der Kirche und erfuhren, dass die seit Jahren mit den Kirchenchefs im (Rechts-)Streit liegen: wegen des Lärms der evangelikalen Gospelsingerei und Beterei bis zur Extase. Drei Gottesdienste können am Tag stattfinden. Durchschnittliche Dauer: zwei Stunden. Außerdem hat die Kirche anscheinend versucht, sukzessive alle Häuser im Block zu kaufen.

Der brasilianische Kollege arbeitet sehr gründlich und in kontinuierlicher Absprache mit den Kollegen. Investigativere Recherchen sind immer Gemeinschaftsarbeit, so ähnlich wie beim Spiegel.

Der große Unterschied zum Spiegel: was bei der Folha am Ende publiziert wird, ist ein fast völlig wertungsfreier Text. Auch die Kommentare bleiben im Ton verhalten. Die starken Meinungen zum Thema Igreja Renascer ('...bleibt zu hoffen, den "Bischöfen" der Renascer wird ein besonders heißer Platz in der Hölle reserviert') bleiben den Leserbriefen vorbehalten.

20.1.09 00:06

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